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Italien erwägt härtere Gesetze gegen Pisten-Rowdys

Ein Rettungsteam sucht nach zwei Verschütteten in den Abruzzen (Archivbild vom 31.01.2010).

Ein Ret­tungs­team sucht nach zwei Ver­schüt­te­ten in den Abruz­zen (Ar­chiv­bild vom 31.01.2010).

Wien (d­pa) - La­wi­nen in Ös­ter­reich und Ita­lien ha­ben seit dem Wo­chen­ende min­des­tens neun Men­schen in den Tod ge­ris­sen und zu ers­ten Ge­set­ze­si­ni­tia­ti­ven ge­gen Pis­ten-Row­dys ge­führt. Ita­li­ens Re­gie­rung er­wägt harte Stra­fen ge­gen Un­vor­sich­ti­ge, die La­wi­nen aus­lö­sen und da­mit Men­schen­le­ben ge­fähr­den.

In Deutsch­land wurde zwei Tage nach ei­nem Zu­sam­men­stoß auf ei­ner Ski­piste am Feld­berg im Schwarz­wald ein 28-jäh­ri­ger Snow­board­fah­rer aus Bel­gien tot auf­ge­fun­den. Seine Lei­che lag in ei­nem ab­ge­le­ge­nen Wald­stück, teilte die Po­li­zei mit. Der Snow­boar­der war am Sams­tag mit ei­ner 13-jäh­ri­gen Ski­fah­re­rin zu­sam­men­ge­prallt und dann ge­flüch­tet. Das Mäd­chen er­litt bei dem Zu­sam­men­stoß schwere Ver­let­zun­gen. Der Snow­board­fah­rer war bei dem Un­fall of­fen­sicht­lich stark be­trun­ken ge­we­sen.

In Ös­ter­reich ist er­neut ein Deut­scher durch eine La­wine ums Le­ben ge­kom­men. Der Mann aus Ba­den-Würt­tem­berg war am Sonn­tag am Pitz­ta­ler Glet­scher in Ti­rol von ei­ner Schnee­brett­la­wine mit­ge­ris­sen wor­den. Er war zu­sam­men mit ei­nem Lands­mann ab­seits mar­kier­ter Pis­ten un­ter­wegs, als sich die La­wine lös­te. Er ist in die­ser Sai­son das 15. La­wi­nen­op­fer in Ös­ter­reich, wo al­lein am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag und Frei­tag sechs Men­schen in ab­ge­rutsch­ten Schnee­mas­sen star­ben, un­ter ih­nen zwei Deut­sche. Ex­per­ten war­nen we­gen der er­heb­li­chen La­wi­nen­ge­fahr seit Wo­chen da­vor, auf un­mar­kier­ten Pis­ten zu fah­ren.

In Ita­lien plant die Re­gie­rung nach ei­nem Wo­chen­ende mit acht La­wi­nen­to­ten er­wägt dras­ti­sche Maß­nah­men. Eine ge­rade im Se­nat dis­ku­tierte Eil­ver­ord­nung zum Ka­ta­stro­phen­schutz sieht für Aus­lö­ser ei­ner La­wine mit To­desop­fern Haft­stra­fen vor, be­rich­te­ten ita­lie­ni­sche Me­dien am Mon­tag. Un­vor­sich­ti­gen, die sich trotz War­nung außer­halb der er­laub­ten Pis­ten be­gä­ben oder ge­fähr­li­che Ex­kur­sio­nen un­ternäh­men, sol­len in Zu­kunft bis zu 5000 Euro Geld­buße dro­hen.

­Die Re­gie­rung des kon­ser­va­ti­ven Mi­nis­ter­prä­si­den­ten rea­giert da­mit auf den wie­der­hol­ten Ap­pell des ita­lie­ni­schen Zi­vil­schut­zes. Zu viele Men­schen wür­den dem ver­ant­wor­tungs­lo­sen Ver­hal­ten von Berg­stei­gern und Ski­fah­rern zum Op­fer fal­len, hatte Zi­vil­schutz­chef Guido Ber­to­laso erst vor kur­zem wie­der kri­ti­siert. Auch die Hel­fer der Berg­ret­tung müss­ten oft ihr Le­ben aufs Spiel set­zen, nur um un­vor­sich­tige Ski­fah­rer in Si­cher­heit zu brin­gen.

"Eine hys­te­ri­sche Re­ak­tion", kom­men­tierte Ex­trem­berg­stei­ger Rein­hold Mess­ner die ge­plan­ten Maß­nah­men am Mon­tag. Mit der­ar­ti­gen Ge­set­ze­si­ni­tia­ti­ven werde "­dem Al­pi­nis­mus der Garaus ge­macht", meinte der 65-jäh­ri­ge. Je­der Bür­ger trage eine Ver­ant­wor­tung ge­genü­ber den an­de­ren, "auch die, die Bergs­port be­trei­ben". Dafür brau­che man kein neues Ge­setz, son­dern viel mehr bes­sere Auf­klärung.

­Sie­ben Men­schen wa­ren am Wo­chen­ende in Nor­di­ta­lien von La­wi­nen in den Tod ge­ris­sen wor­den. Eine am Sonn­tag noch le­bend aus dem Schnee be­freite Frau er­lag am Mon­tag­mor­gen ih­ren Ver­let­zun­gen, wie die rö­mi­sche Ta­ges­zei­tung "La Re­pubb­li­ca" (On­line-Ver­sion) be­rich­te­te. Durch eine Kalt­front, die vor al­lem den Nor­den Ita­li­ens seit ei­ner Wo­che mit klir­ren­den Mi­nu­stem­pe­ra­tu­ren und star­kem Schnee­fall ü­ber­zieht, herrscht in fast al­len nörd­li­chen Berg­ge­bie­ten so­wie in den mit­te­li­ta­lie­ni­schen Ab­bruz­zen seit Ta­gen er­höhte La­wi­nen­ge­fahr.

von dpa | vom 08.02.2010, 16:05 Uhr

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