Die Harke am Sonntag - Nachrichten für das Mittelwesergebiet

Sprung

Inhalt

» Lokalnachrichten

Kann Kaugummi wirklich den Magen verkleben?

HamS-Serie über Schüler-AGs im Landkreis Nienburg / Heute die Forscher-AG vom Gymnasium Stolzenau

 

Stol­zenau. „Ihr kaut Kau­gummi zu wis­sen­schaft­li­chen Zwe­cken“, er­läu­tert Nina Eckert. Sie un­ter­rich­tet Bio­lo­gie und Che­mie am Gym­na­sium Stol­zenau. Diens­tags lei­tet sie von 14 bis 15.30 Uhr die For­scher-AG.

­Mit ih­ren Schü­lern möchte die 28-Jäh­rige All­tags-My­then auf­klären. Mo­men­tan spielt das Kau­gummi in sämt­li­chen Ge­schmacks­rich­tun­gen eine ent­schei­dende Rol­le. Die jun­gen Wis­sen­schaft­ler ha­ben sich da­bei ge­fragt, ob Kau­gummi den Ma­gen tatsäch­lich ver­klebt, oder wel­chen Ein­fluss es auf den pH-Wert des Spei­chels hat. Nach ei­ner An­lei­tung führen sie die Ex­pe­ri­mente durch.

„­Sie kön­nen den Ab­lauf auch ab­wan­deln, um zu gu­cken, was noch zu un­ter­su­chen ist“, sagt Nina Eckert und fügt hin­zu: „A­ber mo­men­tan brau­chen sie noch eine An­lei­tung.“ In der For­scher-AG sind zur­zeit neun Teil­neh­mer aus der sechs­ten Jahr­gangs­stu­fe. „Ein Mäd­chen ist auch da­bei“, freut sich die Che­mie-Leh­re­rin, die diese Gruppe für die Klas­sen sechs bis neun erst im No­vem­ber 2009 ins Le­ben ge­ru­fen hat.

In Zu­kunft möchte sie diese Ar­beits­ge­mein­schaft noch wei­ter aus­bauen und „­bei Che­mie-Wett­be­wer­ben oder Ju­gend forscht mit­ma­chen.“ Ü­ber man­geln­des In­ter­esse kann sie sich nicht be­kla­gen. Nach­dem Nina Eckert den Sechs­kläss­lern theo­re­ti­sche Grund­la­gen ver­mit­telt hat und ih­nen den Um­gang mit den La­bor­geräten er­klär­te, wur­den vor Weih­nach­ten Wun­der­ker­zen in ver­schie­de­nen For­men her­ge­stellt. Der Ehr­geiz war da­bei groß. „­So­gar die Groß­el­tern zu Hause ha­ben mit an­ge­packt und ver­schie­dene Sa­chen gelötet“, schwärmt die 28-Jäh­ri­ge.

­Be­geis­tert sind jetzt auch Jo­han­nes, Ma­nuel und Nils aus der Klasse 6c bei der Sa­che. Ge­spannt ver­fol­gen sie die Farb­ver­än­de­run­gen ih­res Spei­chels auf dem pH-Pa­pier­strei­fen. „Ich habe Hubbu-Bubba ge­kaut. Mein pH-Wert liegt bei acht“, sagt der 12-jäh­rige Jo­han­nes. Ma­nuel hat eben­falls ein Kau­gummi mit Kirsch­ge­schmack im Mund ge­habt. Er hat einen neu­tra­len pH-Wert, der bei sie­ben liegt, ge­mes­sen.

­Die drei Schü­ler be­rat­schla­gen sich mit ih­rer Leh­re­rin, die diese Er­geb­nisse kurz ana­ly­siert und einen klei­nen Hin­weis auf mög­li­che Ur­sa­chen gibt. Aber zu viel wird noch nicht ver­ra­ten, weil die Un­ter­su­chun­gen ja noch nicht ab­ge­schlos­sen sind.

„­Mit dem Kau­gummi wer­den wir uns auch noch in den nächs­ten Un­ter­richts­stun­den be­schäf­ti­gen“, sagt Nina Eckert. Die Er­geb­nisse wer­den da­bei am Ende alle zu­sam­men­ge­tra­gen. Dann wird auch die Frage ge­klärt sein, ob Kau­gummi tatsäch­lich den Ma­gen ver­klebt. Die Leh­re­rin ver­rät al­ler­dings be­reits vor­ab, dass keine große Ge­fahr be­steht, wenn ein Kau­gummi ein­mal irr­tüm­lich ver­schluckt wird. Neue Ideen ste­hen eben­falls schon auf dem Pro­gramm. Schnee­flo­cken kon­ser­vie­ren oder Mar­zi­pan ana­ly­sie­ren lau­ten da­bei die Wün­sche der jun­gen Wis­sen­schaft­ler aus der For­scher-AG.

­Die­ser Ar­ti­kel gehört zu ei­ner Se­rie ü­ber ak­tive Schü­ler-AGs. Wei­tere In­for­ma­tio­nen un­ter Te­le­fon (50 21) 966-447 oder eha@­die­har­ke.­de.

vom 07.03.2010 | Ausgabe-Nr. 10

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel