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Völker, Handel, Tiere und Natur unter einem Dach
Übersee-Museum Bremen mit vielfältigem Angebot / Dauerausstellungen locken immer wieder Besucher an
Bremen (DH). „Erleben, was die Welt bewegt“, so lautet der Titel der kommenden Dauerausstellung im Übersee-Museum Bremen, und er ist zugleich Programm für das Haus. Als Ort des lebenslangen Lernens und der interkulturellen Begegnung werden in den neugestalteten Ausstellungsteilen aktuelle Themen des 21. Jahrhunderts aufgegriffen, die von globaler Bedeutung sind. Moderne Ausstellungsarchitektur und -technik machen das im Umbruch befindliche Familienmuseum zu einem Erlebnisort für alle Generationen.
Am 15. Januar 1896 – zu Zeiten des Wilhelminischen Kaiserreichs – wurde das „Städtische Museum für Natur-, Völker- und Handelskunde“ feierlich als eines der größten öffentlichen Gebäude seiner Zeit an der Westseite des Bremer Bahnhofs eröffnet, wodurch es bis heute gut für auswärtige Gäste zu erreichen ist. Der Gründungsdirektor Hugo Schauinsland und sein Mitarbeiterstab schufen ein für die damalige Zeit innovatives Museumskonzept, das Wissenschaft und Bildung für die breite Öffentlichkeit miteinander verband. Schauinsland hatte die Vision, dass die Besucher in unmittelbarer Nähe des Bremer Hauptbahnhofs zu einer Reise über die Kontinente und Weltmeere, zu den Menschen, Tieren und Pflanzen aus Afrika, Amerika, Asien und Ozeanien antreten können.
Seitdem vereint das Übersee-Museum Bremen unter einem Dach die drei Sparten Völkerkunde, Naturkunde und Handelskunde. Zu Kaisers Zeiten unterhielt Bremen mit allen Erdteilen Handelskontakte. Viele Exponate wurden von Bremer Kaufleuten, Missionaren oder anderen Reisenden aus aller Welt nach Bremen gebracht, was sich bis heute in den Sammlungen widerspiegelt.
Gegenwärtig befindet sich das Übersee-Museum, das mit seinen fast 10.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und über 1,2 Millionen Objekten zu den wichtigsten Kultureinrichtungen Norddeutschlands zählt, in einem Erneuerungsprozess. Seit dem Jahr 2000 erhält das traditionsreiche Haus ein neues Gesicht, die Dauerausstellungen werden neu konzipiert und mit Mitmach-Angeboten versehen. Die kontinentale Gliederung des Hauses wurde beibehalten, um von den Beziehungen zwischen Mensch und Natur auf den verschiedenen Kontinenten zu erzählen und globale Zusammenhänge aufgreifen zu können. Im November 2003 wurde mit der Eröffnung von „Ozeanien – Lebenswelten in der Südsee“ der erste Schritt in diese Richtung getan.
Im Pazifik liegen unzählige Inseln und die Landmasse Australien – Ozeanien oder Südsee genannt. Beim Navigieren durch die Großregion gilt es die Artenvielfalt im Korallenriff und in der Hoch- und Tiefsee, die Fischerei und den Anbau von Kokos- und Ölpalmen, das Leben mit den Ahnen und die Hochzeitsrituale auf der Insel Manus oder die Handelskontakte zwischen Bremen und Ozeanien zu entdecken.
Auf die Weiten des Pazifiks folgt die Landmasse Asien mit der im Februar 2006 eröffneten Ausstellung „Asien – Kontinent der Gegensätze“. Asien, der größte Kontinent der Erde, grenzt im Westen an Europa und übt seit Jahrhunderten großen Einfluss auf die Kulturen des Abendlandes und andere Regionen der Erde aus. In der Ausstellung werden die vielfältigen Verflechtungen zwischen den beiden Erdteilen und Globalisierungsprozesse aufgezeigt, wobei Vergangenheit und Gegenwart gleichermaßen Berücksichtigung finden.
Mit interdisziplinär angelegten Inszenierungen in modernem Design werden die dargestellten Themen dem Besucher näher gebracht. So wird gewährleistet, dass das Übersee-Museum Bremen ein familienfreundliches und lebendiges Haus bleibt, indem Wissen anschaulich, entdeckungsreich und unterhaltsam vermittelt wird.
In den kommenden Jahren erfolgt die Neukonzeption der Abteilungen Afrika und Amerika. Aber zuvor wird am 29. Oktober 2010 „Erleben, was die Welt bewegt“ eröffnet. Im Mittelpunkt stehen global bedeutsame Phänomene: Klimawandel, Migration, Weltwirtschaft, Kommunikation, Sex und Gender, Menschenrechte und Zeit, die Auswirkungen auf die Menschen hier in Bremen haben und die uns auch in Zukunft bewegen werden.
Viel zu entdecken gibt es im seit 2008 durch eine Brücke zugänglichen Schaumagazin. Dort gilt es lang verborgene Schätze aus aller Welt zu bestaunen. Seit Mai 2008 verbindet die Waldemar Koch-Brücke das denkmalgeschützte Hauptgebäude des Übersee-Museums mit seinem wiedereröffneten Schaumagazin „Übermaxx“ und gewährt den Besuchern Zugang zu einer faszinierenden Fülle von Objekten. Alltägliches wie Kurioses von A-Z ist hier verteilt über drei Etagen zu sehen – vom Aye-Aye und Fischhautanorak über Kakapo und Lotusschuhe bis hin zum Tafelsilber des Norddeutschen Lloyd und zum Zweifingerfaultier.
Nach dem Museum of Anthropology im kanadischen Vancouver war das Übersee-Museum das zweite Museum weltweit mit einem derartigen Schaumagazin. Geleitete Rundgänge durch die beeindruckende Vielfalt der Exponate bieten schriftliche Themenführungen und ein interaktives Suchspiel für Kinder, welche in den Etagen ausliegen.
Modern inszenierte Sonderausstellungen, die große und kleine Besucher gleichermaßen ansprechen, ergänzen das Besucherangebot. Seit dem 19. September 2009 läuft im Überseemuseum Bremen die Sonderausstellung „Schuhtick. Von kalten Füßen und heißen Sohlen“, die aufgrund der großen Resonanz bis zum 11. April 2010 verlängert wird. Die älteste Sandale Europas, Biedermeierstiefeletten, Schuhe von Ötzi, Marilyn Monroe oder Jürgen Klinsmann – Schuhe erzählen vom Leben und von den Leidenschaften ihrer Träger.
Zur Ausstellung wurde ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm für verschiedene Zielgruppen entwickelt, von einem Schuhatelier und Märchenaufführungen für Kinder über spezielle Angebote für Schulklassen bis hin zu Prosecco-Führungen und Catwalk-Schulungen für Frauen. Im Anschluss an den Rundgang durch das Museum bietet sich ein Besuch in der angegliederten Gastronomie an – dem Restaurant „Übersee“.
Weitere Informationen auch unter Telefon 0421/160 38 171 oder im Internet unter www.uebersee-museum.de
vom 07.03.2010 | Ausgabe-Nr. 10
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