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„Der Verbraucher ist nicht dumm“

Arbeitsgemeinschaft „Nienburger Spargel“ setzt weiter auf Qualität / Tagung in Holtorf

 

Hol­torf (e­ha). Im ver­gan­ge­nen Jahr hat der Spar­gel mit dem Güte­sie­gel end­gül­tig den ge­sam­ten nord­deut­schen Raum er­schlos­sen. Die­ses Fa­zit zog Fritz Bor­mann, Spre­cher der Ar­beits­ge­mein­schaft „­Ni­en­bur­ger Spar­gel“ im Ver­lauf der Mit­glie­der­ver­samm­lung, die am Mitt­wo­cha­bend im „Ho­tel zur Kro­ne“ in Hol­torf statt­fand.

In sei­nem Rück­blick er­in­nerte der Land­wirt aus Rohr­sen zum einen an all die Her­aus­for­de­run­gen, die die Ar­beits­ge­mein­schaft seit ih­rer Grün­dung im Jahr 1996 zu meis­tern hat­te. Als Bei­spiele nannte er den (er­folg­lo­sen) Ver­such, Ar­beits­lose als Spar­gel­ste­cher ein­zu­set­zen (1999), den aku­ten Man­gel an Sai­son­ar­beits­kräf­ten (2000) mit der dar­aus re­sul­tie­ren­den Ein­führung der au­to­ma­ti­schen Sor­tier­ma­schi­nen und dem ver­stärk­ten Ein­satz von Fo­lie so­wie der zu­neh­men­den Ü­ber­prü­fung der Höfe durch die ver­schie­dens­ten Äm­ter (2006) mit der Fol­ge, dass im Jahr dar­auf be­son­ders viele kleine Be­triebe auf­ga­ben.

Zu be­rich­ten gab es al­ler­dings auch Er­freu­li­ches: die „Er­fin­dung“ des De­hoga-Spar­gel­tel­lers (2001) und des Spar­gel­laufs (2007) so­wie eine An­bauf­läche, die sich mit mitt­ler­weile 928 Hektar fast ver­dop­pelt hat.

Dass der „­Ni­en­bur­ger Spar­gel“ zur Num­mer 1 in ganz Nord­deutsch­land avan­ciert ist, hat für Fritz Bor­mann einen ganz ein­fa­chen Grund: In Sa­chen Qua­litäts­si­che­rung zie­hen alle Mit­glie­der der Ar­beits­ge­mein­schaft an ei­nem Strang.

Im wei­te­ren Ver­lauf des Abends be­tonte auch Wolf­gang Jah­ner von der Land­wirt­schafts­kam­mer Nie­der­sach­sen: „­Mit Qua­lität kön­nen Sie im­mer nur ge­win­nen. Der Ver­brau­cher ist nicht dum­m.“ Der Ex­perte war ge­be­ten wor­den, die neuen EU-wei­ten Ver­mark­tungs­nor­men für Spar­gel vor­zu­stel­len.

­Der Rück­blick Bor­mann en­dete mit sei­nem Dank an Spar­gel­kö­ni­gin Kon­stanze Zint. Sie er­hielt für ih­ren Ein­satz für den „­Ni­en­bur­ger Spar­gel“ einen di­cken Blu­men­strauß und von Her­bert Schrie­ver, bei der RWG für die Ver­mark­tung des Edel­gemü­ses mit dem Güte­sie­gel zu­stän­dig, eine Ur­kun­de.

­Die Spar­gel­kö­ni­gin ih­rer­seits be­dankte sich bei Bor­mann und Schrie­ver für de­ren ver­läss­li­che Be­glei­tung bei den bis­he­ri­gen Auf­trit­ten und be­ton­te: „Ich habe eine tolle Zeit hin­ter mir. Die bis­he­ri­gen Ver­an­stal­tun­gen ha­ben mir viel Spaß ge­macht.“ Ei­ner mit be­son­ders viel Lam­pen­fie­ber war ohne Frage der Auf­tritt der 18-jäh­ri­gen Gym­na­sias­tin aus Haß­ber­gen in der Quiz­show „­Leuchte des Nor­dens“ mit Carlo von Tie­de­mann. Diese Fern­seh-Sen­dung wird am Frei­tag, dem 19. März, um 21 Uhr auf N3 aus­ge­strahlt.

In sei­nem Aus­blick auf 2010 wies der Spre­cher der Ar­beits­ge­mein­schaft be­son­ders auf die Sai­son­eröff­nung mit Mi­nis­ter Eh­len am 23. April, auf die Eröff­nung der Nie­der­säch­si­schen Spar­gel­straße am 6. Mai im Ho­tel Thöle in Bü­cken, auf das Spar­gel­fest im Mu­se­ums­gar­ten am 16. Mai (siehe ge­son­der­ten Be­richt) und auf den Tag der Nie­der­sach­sen am 20. Juni in Celle hin.

Ha­rald Bü­ge, Chef der Agen­tur für Ar­beit in Ni­en­burg, be­rich­te­te, dass die Kon­di­tio­nen für die Be­schäf­ti­gung von Sai­son­ar­beits­kräf­ten im Ver­gleich zum Vor­jahr un­ver­än­dert ge­blie­ben sei­en. Die Nach­frage von Ar­beits­kräf­ten aus Po­len und an­de­ren ost­eu­ropäi­schen Län­dern ist sei­ner Ein­schät­zung nach we­gen der Fi­nanz- und Wirt­schafts­krise un­ver­än­dert groß. Büge ap­pel­lierte al­ler­dings an die Spar­ge­lan­bau­er, für den Ver­kauf oder die La­ger­hal­tung des Spar­gels gerne auch bei der Agen­tur ge­mel­dete Ar­beit­su­chende ein­zu­set­zen.

­Pflan­zen­schutz­ex­perte Man­fred Ket­tel wies dar­auf hin, dass mit „S­co­re“ das ein­zige ku­ra­tiv wir­kende Fun­gi­zid ab April nicht mehr im Han­del er­hält­lich ist. Die Zu­las­sung laufe am 31. März aus, ver­wen­det wer­den dürfe es je­doch auch wei­ter­hin. „Wir emp­feh­len den Spar­ge­lan­bau­ern da­her, sich für diese Sai­son zu be­vor­ra­ten,“ so Ket­tel. Auch machte er auf das Ver­suchs­feld von Ro­bert Witt­mers­haus in Pen­nig­sehl auf­merk­sam.

­Dort soll vor­aus­sicht­lich im Herbst ein Spar­gel­feld­tag statt­fin­den.

­In­ter­es­sierte kön­nen sich dann ü­ber die Wir­kungs­weise von Fun­gi­zi­den und Her­bi­zi­den so­wie ü­ber un­ter­schied­li­che Spar­gel­sor­ten in­for­mie­ren.

vom 07.03.2010 | Ausgabe-Nr. 10

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